Ende August 1991
Es soll wohl nicht sein. Der Wasserspiegel des Lago Maggiore hat sich weiter gesenkt und nach Rücksprache mit Cantiere Piccaluga war uns klar, dass wir von hier nicht so schnell wegkommen werden. Es fehlen uns 35 cm damit die Frodon aus dem Wasser gehoben werden kann. So stehen wir mit abgesägten Hosen bei herrlichstem Wetter halt immer noch am Steg des Ascolago und viele freuen sich, dass wir immer noch da sind. Die Villa Pineta wird auf Hochglanz poliert, das Grosi noch etwas länger umsorgt, am Schiff die vermeintlich letzten Installationen oder Verbesserungen vorgenommen. Es wird uns nicht langweilig unser Leben an Bord. Mexi hat sich auch bestens eingewöhnt wird sehr unternehmungslustig.
Sie hat unsere Befürchtungen, dass sie eines Tages mit hocherhobenem Schwanz über’s Frühstücksbuffet flaniert bei weitem übertroffen. Ausflug ins Ascolago auf die Terrasse, wo zu später nächtlicher Stunde Personal und Gäste auf’s beste unterhalten werden. Nach mehrmaligem Ausschliessen aus den Hotelräumlichkeiten mit Verpflegung vor dem Eingang hat sie sich entschlossen die Nacht nicht im Freien, sondern in Zimmer Nummer 14 zu verbringen. Die Dame muss äusserst angenehm gewesen sein und Christian hat sie erst am Morgen des folgenden Tages nach langer Fragerei wo unser Mexi sein könnte, gefunden. Es wird langsam zeit das wir hier verschwinden unser Büsi wird häuslich.
September 1991
Wir sind immer noch in Ascona und sehen im Moment auch keine Möglichkeit von hier wegzukommen. Der Wasserstand hat sich weiter gesenkt. Wir geniessen die Zeit hier trotz allem mit unseren Freunden. Ein letzter Transport nach Basel zum Einkellern bei Mami und ein wenig Zeit um nochmals zusammen herzlich zu lachen. Der Abschied war traurig für uns alle. Zwischenstopp in Herrliberg bei meinem alten Arbeitgeber um die letzten geschäftlichen Dinge zu erledigen und weiter nach Männedorf zu Brigitte und Franz. Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich in letzter Zeit immer wieder auf Wiedersehen sage und trotzdem nächstens wieder da bin. Endlich kommt eine Schlechtwetter Periode in Sicht, nachdem viele Regentänze veranstaltet wurden. Der See steigt endlich etwas an und es besteht Hoffnung, dass wir den Winter in der Karibik Verbringen können denn hier wird es nun bald empfindlich kalt und frieren wollte ich eigentlich dieses Jahr nicht. Wir konnten aber trotzdem noch beruhigt nach Friedrichshafen zur Bootsmesse fahren, zusammen mit Ingrid und Marco. Wir haben uns herrlich amüsiert, schön wars wie immer mit unseren Freunden. Bei strömendem Regen traten wir die Heimreise an und von da an ging es Schlag auf Schlag. Der See war nur noch am Steigen, sodass in Kürze schon wieder alles nächsten Extrem sein wird mit der Piazza Ascona unter Wasser! Rücksprache mit Piccaluga und Galeazzi (Transport) und ein neuer Termin wird festgelegt auf den 10. Oktober 1991. Herrlich nun geht’s endlich los.
Oktober 1991
Heute Mittwoch 2. Oktober 1991 geht unsere Reise endlich los. Wenngleich nicht sehr weit ca. 65 km heisst bis nach Lisanza auf die Werft. Das Sonnensegel ist im letzten Augenblick noch fertiggestellt worden, die letzten Einkäufe getätigt, Grosi noch einen Champagner geköpft und viel gelacht, um die Tränen nicht zu provozieren, allerdings ohne Erfolg. Nach Rücksprache mit dem Zoll in Brissago konnte ich die Formalitäten sowie die Rückzahlung des hinterlegten Zollbetrags auf dem Landweg erledigen, um die Summe noch auf die Bank zu bringen. Viele waren da, um uns zu winken und plötzlich ging alles ganz schnell. Wir konnten vor lauter Tränen nichts mehr sehen. Arrivederci Ascona mit all unseren Freunden und where our hearts belong to. Dieser Abschied so definitive für lange Zeit hat uns doch sehr mitgenommen, wir können nur hoffen, dass dies nicht bei jedem Abschied so sein wird, denn so viele Stofftaschentücher, welche wir zu Ehren des Tages gebrauchten, haben wir nicht an Bord. Am Schweizer Zoll in Brissago werden wir erwartet und bei einem Schlückchen Réunion Rum die letzten Formalitäten erledigt. Mit den besten Wünschen für unsere grosse Reise versehen, stechen wir wieder in See und werden auch vom italienischen Zöllner freundlichst durchgewunken und sind nun wieder in Italien. Somit ist die erste Etappe in Angriff genommen und das bei herrlichsten Indian Summer Wetter das schöner nicht sein könnte. Mexi ist etwas verstört vermutlich ist seinem feinen Gehör der Motor zu laut und überhaupt soviel Neues. Wir geniessen die Fahrt über den Lago Maggiore Verbano. Arrivederci Cannobio mit deinem schönen Sonntagsmarkt, ci vedremo, vorbei an den Räuberinseln mit euren Sagen und Märchen, vorbei an Cannero weiter nach Pallanza und dem Ristorante Milano, mhhh… weisch no wie guet. Im späten nachmittags Sonnenschein dann die Borromäischen Inseln schon mit etwas Dunst verhangen und dann die Bucht von Angera mit unserem Blitzschlag Erlebnis. Viele viele Erinnerungen die wir alle sorgsam eingepackt und mitgenommen haben. Sie werden uns begleiten auf unserer Reise, viele schöne Stunden, Tage und Wochen haben wir an seinen Ufern und auf dem See mit dem Segelboot verbracht. Hier sind wir zu Hause und hierher werden wir vermutlich auch zurückkehren. Bei schon fortgeschnittener Dämmerung kommen wir in Lisanza an und suchen uns ein Plätzchen, um unsere Frodon zu vertäuen. Die Lage sieht für uns wiederum nicht sehr rosig aus. Zwar liegt die Frodon sicher festgemacht, aber nun ist der Wasserstand sehr hoch. Die Werfthalle ist nur durch Wasser über Land zu erreichen und der Kran wurden weit weg vom normalen Ufer weggefahren und ist somit nicht mehr einsetzbar. Na ja, wir werden sehen. Am Freitag wars dann aber soweit, der Kran stand zwar mit den Füssen noch etwas im Wasser, aber Frodon konnte sicher an Land gehoben werden. Sehr gut der Termin vom 10. Oktober 1991 für den Transport von Lisanza nach Chiavari steht, und die Arbeiten gehen zügig voran. Wir werden mit Mann, Frau und Katz zum Unterwasser streichen in die Werfhalle verholt da das Wetter ziemlich mies ist und vor allem auch saukalt. Jetzt wird es aber wirklich Zeit diese kalten Gefilde zu verlassen ansonsten frieren mir die Füsse trotzdem noch ein. Gott sei Dank haben wir eine Bordheizung, herrlich.
Wir haben gearbeitet wie die Wilden und Marco und Hugo Vidoli auch. Es wurden die neuen Zinkmäuse angeschweisst, die Verstärkungsplatte beim Propeller sowie die Seiten neu und knallrot gestrichen. Anschliessend haben wir Unterwasser angeschliffen und zweimal Antifouling aufgetragen. Um unsern Termin halten zu können sind wir sogar mal um 05.00 Uhr aufgestanden, um ja die gegebenen Zeiten zwischen den Anstrichen nicht zu verpassen. Es ist kaum zu glauben, aber wir hatten schon den ersten Besuch: Marco Ingrid Horst und Annelie haben uns am Mittwoch noch mit ihrem Besuch überrascht. Es war einfach wunderbar und der Gedanke solche Freunde zu haben macht uns unheimlich glücklich. Essen war nichts Besonderes aber es war auch nicht so wichtig.
9. Oktober 1991 Mittwoch
Neben unserem lieben Besuch ging es heute aufregend zu. Um 14.00 Uhr kam unser Transporteur und wir waren immer noch am Pinseln. Ca. 16.00 Uhr konnten wir, heisst Paulo Fernando und viele mehr endlich mit dem Aufladen anfangen. Es dauerte glatte 2.5 Std. bis die Frodon sicher und fest, inkl. Mast, Baum, Bici und Bananaboot startklar war. Noch schnell in Sesto Calende das Mietauto abgeholt und somit ist auch die Crew klar.
10.Oktober 1991 Donnerstag
Eigentlich sollte unsere Reise um 07.30 beginnen aber von Polizei Eskorte weit und breit kein Dunst. Um 08.30 Uhr dann endlich 2 schmucke Polizisten auf Motorrädern. Unter Winken und Abschiedsrufen verlassen wir den Cantiere Piccaluga und ich bin mir nicht ganz sicher, haben Paulo und Carluccio tatsächlich aufgeatmet??? Erste Station wo unsere Eskorte ausgewechselt werden muss ist Vercelli Est. Wir treffen Frodon erst dort auf einem Caselli Parkplatz da noch Dichtungsgummi von Virexgomma, Somma Lombardo auf unserem «Poschdizedel» stand. In Vercelli mussten wir warten bis unsere nächste Eskorte einfährt, um uns bis Torchino kurz vor Genua zu begleiten. Gestärkt mit Spaghetti aus der Führerkabine ginge es zügig weiter. Um 15.30 Uhr kamen wir in Torchino an. Endlich Meersicht. Wir schlafen an Bord und Mexi ist sichtlich erfreut hat er doch die ganze Reise an Bord verschlafen. Abendessen im Autogrill und dann früh schlafen hoch oben auf dem Anhänger.
11.Oktober Freitag - 19. Oktober 1991 Samstag
Um 09.30 ginge es weiter diesmal mit Christian im Lastwagen. Ich bin vorgefahren, um das Mietauto in Lavagna abzugeben und werde im Hafen auf Christian und den Transport warten. Um 13.30 Uhr ist es dann endlich so weit und die Frodon steht in strömendem Regen im Haven von Chiavari. Anscheinend ging alles gut bis auf eine scharfe Ecke mit Mandarinenbäumen und Blumentrögen, welche weggeräumt werden mussten. 1 verbogene Relingstütze. Nun ging alles sehr schnell und zwischen zwei Regenschauern wurde Frodon eingewassert und liegt nun endlich wieder im Salzwasser. Während einer weiter Regenpause konnten wir sogar noch den Mast stellen. Jetzt sind wir aber froh hat alles so gut geklappt (Caleazzi Ettore, Cadeo Piacenza). Am Montag dann mussten wir noch den Kompass prüfen und justieren lassen und siehe da 19 Grad daneben, schaurig da finden wir ja nicht einmal Mallorca. Ein dicker 15cm hoher Teakklotz ist nun unsere Rettung und der Kompass funktioniert einwandfrei……..
Wir konnten es kaum glaube, wer steht denn da mit Schlafsäcken bepackt, Ingrid und Marco, es ist zu schön um
wahr zu sein Wir sind überglücklich. Sind ganz toll Essen gegangen im Centro Storico und etwas benebelt, so schön wars, wieder auf dem Schiff. Ingrid und Marco haben unsere Gästekoje eingeweiht und waren begeistert. Kommt bald wieder, es war wie immer irrsinnig schön mit euch. Letzte Einkäufe in der Stadt denn morgen soll es nun wirklich losgehen. Am Abend noch ein
Telefongespräch zum Absegeln Abend nach Ascona via Bern Radio (da gabs noch keine Natel) . Es ging hoch her im Ascolago. Waren etwas traurig, schnuupf, schneuuz.
20.Oktober 1991 Sonntag 11.30 Uhr
Wir sind trotz recht schlechter Prognose ausgelaufen aus Chiavari. Aber irgend wann muss das auch sein sonst schaffen wir den grossen Sprung über den Atlantik wirklich nicht. 360 sm liegen vor uns bis Menorca. Die erste Nacht ging es noch sehr gut und wir kamen mit 6 Knoten unter Motor gut vorwärts. Die nächsten 2 Tage war es dann nicht mehr so gemütlich. Wir hatten vollen Mistral was viel Wind und Seegang verursachte, aber wir kamen flott voran. Wir verbrachten die meiste Zeit liegend und vertrieben uns die Zeit mit Lesen und schlafen. Essen war auch nicht viel drin sodass wir mit ein paar Kilos weniger in Mahon, Menorca ankamen. Unser Autohelm 6000 hat uns zwar die meiste Zeit sicher durch das aufgewühlte Meer gesteuert nur bei Durchzug eines Gewitters ging ihm ab und zu die Puste aus. Christian hat es einfach mit einem Klaps auf den Fluxgate gelöst.
22. Oktober 1991 Dienstag 09.00 Uhr
Leinen fest in Mahon Marina. Wir haben unsere erste längere Route geschafft. Die Marina hat sich unheimlich verändert und ist riesig geworden. Vom Club Nautico bis nach hinten zum Fähranleger sind nun Liegeplätze entstanden. Sehr schöne Anlage aber auch sehr teuer. Für unsere 40 Fuss ca. 42.00 Sfr. Inkl. Wasser und Strom. Wir sind nur 1 Nacht geblieben und haben uns nach Ciutadella an den Fischerpier verholt. Ca. 15.00 Sfr. Mit Wasser und Strom. Hier ist es immer noch sehr romantisch und wir wollen noch 2-3 Tage bleiben, nicht zuletzt, um abzuwarten ob Gitta und Jochen auftauchen werden. Wir haben die Crew beim Sundowner in Chiavari kennen gelernt, und zwar wie sich herausstellte war dies schon das zweite Treffen. Am 7. Juli 1989 machten Christian und Marco für ein paar Nachtstunden im Hafen von Chiavari fest und dies unter lautem Getrampel um 02.00 Uhr. Die Nachbarn waren, wer hätte das gedacht, Gitta und Jochen auf einem kleineren Schiff, welche durch unser Festmachen in ihrer Nachtruhe gestört wurden. Wir haben viel gelacht, und es wäre schön, wenn sie auch nachkämen. Leider war dies dann nicht der Fall, aber vielleicht gibt es ein Drittes Mal. (Keine Gebühren für den Hafen Sa./SO).
27.Oktober 1991 Sonntag
Weiter geht’s, runter an die Ostküste von Mallorca. Kurs Soller unmöglich. Fast nur unter Motor ging es wiederum mit Wind und Wellen auf die Nase von Menorca nach Mallorca. Ziemlich nass, igitt, und ich am Steuer, aber es war mir ein Anliegen weiterzukommen. Bin irgendwie «restless». Es ist fast wie ein Zwang, das kenn ich ja schon ziemlich gut und bin auf Kurs zu neuen, unbekannten Ufern. Mexi gewöhnt sich auch immer mehr an unseren unkonventionellen Rhythmus und schläft was es hergibt. Am Abend dann Leinen fest in Cala Ratjada (keine Gebühren) Wasser gibt es leider nicht am Fischerpier und die Frodon und mein Ölzeug stehen vor Salz, na ja!
28. Oktober 1991 Montag
Cabrera oder Porto Pedro? Wiederum kein Wind trotz Setzen des Easy Riders kommen wir nicht voran. So haben wir halt schon wieder motort. Anker setzen in einem Seitenarm von Porto Pedro. Auch das ein Novum, wir haben das erste Mal tief und fest vor Anker geschlafen. Christian hat dann noch ein erfrischendes Bad im klaren Meerwasser genossen. Aber jetzt auf nach Ibiza «we are heading South» was gisch was hesch.
30.Oktober 1991 Mittwoch
Wir sind unterwegs nach Ibiza, aber es soll nicht sei, auch mit nur dem kleinsten Lufthauch können wir unseren Kurs Ibiza nicht halten, so muss wie schon so oft der Motor zu Hilfe eilen. Wunderschönes Wetter und es wird tagsüber auch immer wärmer, ca. 20 Grad, in der Nacht kühlt es etwas ab. Hatten ein kleines Gewitter, welches von Schiff und Mannschaft sehr geschätzt wurde. Am nächsten Tag Leinen fest um 03.30 Uhr in Ibiza. Es stinkt immer noch wie eh und je inkl. Schweröl und Benzin im Hafenwasser. Mexi versucht wieder einmal Landgang und ist prompt ins Wasser gefallen, igitt. Aber es scheint ihm nicht mehr soviel auszumachen, wie das erste Mal. (Gebühren und Wasser und Strom ca. 40 Sfr.). Wir bleiben 2 Tage um weitere Einkäufe zu tätigen und eine kleine Wäsche zu erledigen. Die Wäscherei war reiner Wucher fast 100.00 Sfr. haben die 4 Maschinen gekostet, wenn das so weiter geht, sind wir bald Wäsche ruiniert. Die Ibiza Altstadt verkommt immer mehr und mehr zu einem Slum und stinkt. Richtung Burg und rechts davon etwas besser, aber sehr teuer. Es hält uns eigentlich nichts mehr hier und wir ziehen weiter südlich.
1.November 1991 Freitag Allerheiligen
Wenn Engel reisen, scheint bekanntlich die Sonne und heute haben wir auch noch herrliches Segelwetter. Endlich ist unser Easy Rider in seinem Element und zieht uns mit 5-6 Knoten südwestlich mit Kurs 210 Richtung Gibraltar. Es liegen ca. 400 sm vor uns und wir freuen uns auf unbekanntes Ziel. Dad hat heute Geburtstag und wir hatten eine super Telefonleitung Via Bern Radio zum Gratulieren. Auch Mami hat sich über unseren Anruf sehr gefreut und ich habe etwas geheult, Gott ist das alles aufregend. Auch 22.00 Uhr ist unser Easy Rider noch im Element und zieht uns mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Kann einfach nicht schlafen, es ist schon etwas mulmig bei stockdunkler Nacht, zwar immer noch 19 Grad warm, mit 110 m2 durch die Nacht zu brausen. Vermutlich ist das nur eine Gewohnheitssache. Mexi ist auch noch hellwach und am Verdauen von 80 gr. Chorizo Wurst.
4.November 1991 Montag
15 Stunden hat der Easy Rider durchgehalten und dann war endgültig Schluss. Unter Motor ging es weiter, bis wir am nächsten Tag die Genua setzen konnten. Leider traf dann ein was mein Wetterfrosch schon prophezeit hatte, Wind aus SW und Wellen noch dazu. So wurde das Leben um etliches unangenehmer zumal die Frodon am Wind Kurse ganz und gar nicht mag. Wir waren am Aufkreuzen. Wir liefen mit 7 Kn dem Festland Spaniens entgegen, Richtung San José in Andalusien. Wieder einmal Salznass beschlossen wir diesen Trip zu beenden und liefen auf direktem Weg den Hafen von San José an. Es tut gut wieder mal ruhig zu schlafen nach einer feinen Flasche Campo Viejo. San José ein kleiner, aber feiner Hafen mit wenigen Gästeplätzen zum Preis von ca. 13.00 Sfr. Zwar ohne Wasser und Strom aber warmen Duschen. Heute Morgen fing es dann an zu stürmen mit 6 Windstärken aus SW in Böen mehr. Wir sind froh nicht in der Bucht sondern im sicheren Hafen zu liegen.
5.November 2991 Mittwoch
Wir sind um 09.00 Uhr bei schönstem Sonnenschein ausgelaufen. Leider hielt der Wind nicht was er versprach, somit «happy motoring». Der Sturm, welcher uns am Montag im Hafen von San José überfiel, hielt volle 24 Std. durch und ging in Böen bis Stärke 8 auf uns nieder. 2 ganz wagemutige Crews liefen am Montag trotz Sturmstärke San José an, und fast der ganze Hafen war auf den Beinen, um beim Anlegen zu helfen. Ende gut Leinen fest ohne Schäden (In Atum DL und King Cruiser Belgien). Eigentlich wollten wir am Dienstag weiter, aber als sich der Wind beruhigt hatte überfiel uns das Bedürfnis diese karge Landschaft zu Fuss zu erkunden. Wir kletterten die steile Küste hinter dem Hafen hoch und weiter rund um diesen Hügel, danach mussten wir noch Morro Genovès eine wunderschöne Ankerbucht von oben ansehen. Am Abend dann Schlummertrunk mit unseren Stegnachbarn, Franzosen aus Arcachon, Dominique und Fréderic auf Mai Tai. Sie werden den Winter hier verbringen und Fréderic arbeitet ein bisschen als Schreiner. Schön und faszinierend ist es hier aber für ein paar Monate doch etwas einsam. Nun sind wir also wieder unterwegs und hoffen diesmal Gibraltar, ohne nennenswerte meteorologische Störungen zu erreichen. Eine Störung unsererseits hatten wir allerdings schon. Wir haben den Easy Rider gebadet, bedingt durch die Tatsache, dass sich der Schäkel im Bergeschlauch gelöst hatte. Nichts passiert alles gut und wieder an Bord.
13. November 1991 Mittwoch
Wir konnten Gibraltar unter viel Wind auf die Nase und somit unter Motor am Donnerstag, 7.11.1991 nachmittags sicher anlaufen. Nach Einklarieren unter British Rules verholten wir uns in die Sheppards Marina direkt neben der Start- und Landebahn des Airports. Herrlich… Uns sind die Ohren förmlich davongeflogen und Mexi tauchte in die tiefste Bilge. Wir haben einen prima Platz (nebst dem Lärm) längsseits des Waiting Piers und erfreuen uns netter Nachbarn aus Frankreich – - SV Simbalu- Familie mit 2 Kindern und schwarzem Hund. Mexi seiner ansichtig mied den Steg komplett. Wir geniessen das Hafenleben unterbrochen durch mörderischen Lärm von startenden und landenden Kampfflugzeugen der britischen Armee. Da Gibraltar Zollfrei Zone ist und somit sehr billig ist machten wir uns auf die Suche nach einem GPS. Fündig geworden sind wir stolze Besitzer eines Furuno GPS.
Wir sind unheimlich aufgestellt und freuen uns wie verrückt an diesem nützlichen Spielzeug. Unser Weihnachtsgeschenk, etwas verfrüht, aber toll. Christian griff sofort in die Werkzeugkiste und war am Schlüsseln. Juppiehh und es funktioniert wouhhh. Wir geniessen das englische Feeling mit südlicher Unsauberkeit, dafür aber umso herzlicher, in vollen Zügen. Safeway ist ein beliebter Ausflugsort und wir schleppen Säcke von Goodies aufs Schiff. Teatime mit Kensington Cake wird auch eingeführt an Bord. Am Samstag dann Ausflug mit der Cable Car auf den Rock. Traumhafte Aussicht. Affen gibt es tatsächlich noch.